DSCN5983Jede Gruppe geht regelmäßig an einem Wochentag in den nahegelegenen Wald am Schöllerberg, um dort den Vormittag zu verbringen. Der für uns selbstverständliche Lebensraum Wald prägt so den Kindergartenalltag.

Tagesablauf eines Waldtages

Der Tagesablauf eines Waldtages richtet sich nach der Jahreszeit und den Interessen der Kinder. Er ist so gestaltet, dass bestimmte Rituale bei jedem Waldtag wiederkehren:

  • Picknick vor dem Waldeingang oder direkt im Wald
  • Begrüßen des Waldes: „Das Leise Gedicht“ –bewusstes Hinhören auf den Wald
  • Besprechen der Waldtagsregeln
  • Freispielzeit im Wald bzw. verschiedene Angebote wie Tastweg, Naturrätsel, Suchen von bestimmten Materialien
  • Verabschieden des Waldes mit Liedern und Gedichten

   

Spiel ist die höchste Form der Kindesentwicklung. (Friedrich Fröbel)   

 

Lernerfahrungen im Wald

  • Riechen – Schmecken – Tasten – Fühlen – Hören – Sehen: Lernen mit allen Sinnen

Der Wald ist für die Kinder ein besonderer Ort. Dort sind intensive Naturerlebnisse möglich und der Aufenthalt im  Wald bietet ungeahnte, anregende Sinnesreize. Der Wald ist ein Ort, der Raum für Entdeckungen, Bewegungen und sinnliche Erfahrungen bietet. Die Kinder bemerken Geräusche, die sie sonst eher nicht wahrnehmen: rauschende und tanzende Blätter, leises Vogelgezwitscher, Natur in unterschiedlichsten Farben und Formen oder lustige und geheimnisvoll aussehende Baumwurzeln oder Pilze.

  • Motorische Förderung und Tiefenwahrnehmung

Im Wald stehen Kinder oft vor neuen Herausforderungen: unebene und bewachsene Wege erfordern Aufmerksamkeit, herabhängende Äste, dichtes Gestrüpp oder auch ein steiler Aufstieg muss bewältigt werden. Die Kinder probieren im Wald ihre Fertigkeiten aus, sie sind motorisch aktiv und entwickeln im Umgang mit Naturmaterialien eine zunehmende Selbständigkeit, Kreativität und Fantasie.

  • Sozialverhalten und Gemeinschaftsgefühl stärken

Dieses alles erleben die Kinder miteinander, es wird diskutiert und abgestimmt, das stärkt sowohl das Sozialverhalten der Kinder als auch das Gemeinschaftsgefühl der Kindergruppe. Die Sozialkompetenz wird beim Arbeiten an Projekten, wie Bauen eines Waldhauses, vom Planen bis zum Umsetzen des Projektes in der Kindergruppe geschult: seine Rolle im Team finden, seine Ideen einbringen können, aber auch die der anderen annehmen, gemeinsam wochenlang an einem Projekt dranbleiben, Rückschläge erleben oder wenn etwas wieder einstürzt.

  • Sprachförderung

Auch die Sprache vom GREIFEN zum BEGRIFF wird nachhaltig gefördert! Eigenschaften wie rau, matschig, glatt usw. können erfühlt werden und bekommen so einen Namen. Dazu lernen die Kinder den Wald kennen, während sie mit Freunden spielen, für sich alleine beschäftigt sind, beobachten oder im Gespräch mit einem Erwachsenen sind.

  • Wertschätzung der Natur/Schöpfung

Im Wald erleben die Kinder täglich das Erwachen der Natur, ihr Werden und Vergehen. Sie erfahren über den Jahreszeitenwandel auch den natürlichen Lebensrhythmus mit Kommen, Reifen und Vergehen, der unser Leben begleitet. Das Kind entwickelt auch Achtung vor der Natur und dem Leben.

 

Schau tief in die Natur hinein und du wirst alles besser verstehen. (Albert Einstein)

 

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